Hydrographische Übersicht Österreichs – Februar 2018

Im letzten Monatsdrittel strömte anhaltend arktische Kaltluft aus Nordost nach Mitteleuropa die ungewöhnlich spät im Winter für frostige Tage und Februar – Kälterekorde sorgte. Dazu gab es wenig Sonnenstunden und eine extrem unterschiedliche Niederschlagsverteilung.

Kalte Luft zum Monatsende verursacht saisonale Kälterekorde.

Bis zur Monatsmitte sah es nach einem durchschnittlich temperierten Wintermonat aus. Im letzten Monats-drittel entwickelte sich ein markantes und beständiges Hochdruckgebiet über Nordeuropa, das über mehrere Tage arktische Kaltluft aus dem Nordosten an die Nordseite der Alpen führte. Laut ZAMG gab es einen derart intensiven Kaltluftvorstoß so spät im Winter, zuletzt vor mehr als 30 Jahren. An einigen Messstellen wurden saisonale Kälterekorde beobachtet.

Regional unterschiedliche Niederschläge, wenig im Westen und nördlich der Alpen bis in den Osten, etwas mehr ganz im Süden.

Von Vorarlberg über Nordtirol entlang und nördlich des Alpenhauptkammes von Salzburg bis Wien waren die Niederschlagssummen mit minus 25 Prozent bis minus 50 Prozent und weniger, deutlich unter den Mittelwerten. Nur in Kärnten, in der Steiermark südlich des Mur- und Mürztales, sowie im Burgenland gab es 25 bis 125 Prozent - kleinräumig auch darüber - mehr Niederschlag. Österreichweit fehlen im Februar 2018 auf den Vergleichswert der Reihe 1981 bis 2010 20 Prozent an Niederschlag. Da es kaum markante Warmluftvorstöße gab, wirkte sich die Kälte am Ende des Monats, positiv auf die Schneeverhältnisse aus. Trotz fehlendem Neuschnee in den alpinen Regionen, war die Anzahl der Schneedeckentage auch in tiefen Lagen in vielen Orten überdurchschnittlich.

Auf den abflussreichen Jänner folgte - trotz wenig Niederschlag - eine ausgeglichene Februarbilanz.

Die Abflusssituation der Gewässer Österreichs in der ersten Februarhälfte kann als für die Jahreszeit durchschnittlich bewertet werde. Auf die relativ trockene Kaltluftperiode im letzten Monatsdrittel reagierten die Abflüsse in ganz Österreich mit einem deutlichen Rückgang der Tagesmittelwerte. Vom Niederschlag ausgelöste Abflussereignisse waren mit Ausnahme eines kurzen Abflussereignisses zur Monatsmitte an der Bregenzer Ache keine zu beobachten.

Nach kurzer Unterbrechung im Jänner, stellten sich im Norden Österreichs wieder eine Niederwassersituation ein.

Zwar hat sich im Jänner 2018 die fast das ganze Jahr 2017 andauernde Niederwasserperiode an der Thaya im Waldviertel entspannt, mit dem unterdurchschnittlichen Niederschlag im Februar und mit der Kälte hat sich an der Thaya und auch an der March wieder eine Niederwassersituation eingestellt. Die Abfluss-Tagesmittelwerte sanken am Pegel Raabs an der Thaya in den letzten Februartagen auf die kleinsten seit 1959 gemessenen Werte. Auf den mittleren Februarwert fehlt an der Thaya fast die Hälfte des Abflusses, an der March beträgt das Defizit fast 40 Prozent.

Eislaufen am Neusiedler See

Die Kälte im letzten Monatsdrittel lies den Neusiedler See zufrieren und bescherte sehr gute Verhältnisse für das Eislaufen. Ein Naturereignis, das nicht alle Jahre zu genießen ist.

Grundwasser

Im Westen Österreichs herrschten im Februar überwiegend sinkenden Verhältnisse, die gebietsweise ab dem 15. Februar einige Tage von etwas steigenden oder gleichbleibenden Verhältnissen unterbrochen wurden. In Kärnten und der Obersteiermark sank das Grundwasser fast durchwegs ab. Im Norden und Osten gab es sowohl Gebiete in den das Grundwasser überwiegend anstieg, Gebiete in denen es annähernd gleichblieb oder vereinzelt Gebiete in denen es leicht absank.

Veröffentlicht am 12.03.2018, Wasserhaushalt (Abteilung I/4)