Hydrographische Übersicht Österreichs - April 2017

Erstmals seit neun Jahren drückte in der zweiten Monatshälfte ein andauernder Kaltlufteinbruch das Monatsmittel der Lufttemperatur unter das klimatologische Mittel. Im Süden dauerte die Trockenheit zunächst noch an. Erst zum Monatsende gelangen ausgiebige Niederschläge auch nach Osttirol und Kärnten. Vom Mostviertel bis in den Wienerwald gab es ungewöhnlich viel Neuschnee.

Auf den warmen Frühlingsbeginn folgte ein kalter April.

Erst in der zweiten Monatshälfte brachte ein kräftiger und anhaltender Kaltlufteinbruch an einigen Wetterstationen neue Frostrekorde für diese Jahreszeit. Das österreichweite Monatsmittel der Lufttemperatur, liegt das erste Mal seit neun Jahren, mit minus 0,2 °C unter dem Mittelwert der Vergleichsreihe 1981 bis 2010. Nach den außergewöhnlich, überdurchschnittlichen Märztemperaturen setzte die Blüte der Leitpflanzen des Frühlings sehr früh ein. Der ungewöhnlich starke Temperatursturz in der zweiten Monatshälfte verursachte daher in vielen Obstkulturen verbreitet Frostschäden.

Über Österreich gab es überdurchschnittlich viel Niederschlag, trockene und feuchte Regionen waren nicht weit voneinander entfernt.

Die Niederschlagsmengen, die im gesamten April gefallen sind, lagen im zwar Flächenmittel um 27 Prozent über dem klimatologischen Mittelwert, dabei gab es aber große regionale Unterschiede. Wie schon in den Vormonaten blieb es vorerst, südlich des Alpenhauptkammes über lange Zeit sehr trocken. Erst zum Monatsende gelangten ausgiebige Niederschläge auch nach Osttirol und Kärnten. In Summe fiel in Salzburg, in Kärnten, der Steiermark, in Oberösterreich und in Wien zwischen 40 Prozent und 60 Prozent mehr Niederschlag als in einem durchschnittlichen April. Ausgeglichen bis leicht unterdurchschnittlich blieb die Niederschlagsbilanz in Vorarlberg, Tirol, Osttirol, im niederösterreichischen Waldviertel (plus 5 Prozent bis plus 15 Prozent), sowie im südlichen Wiener Becken (minus 5 Prozent) und im Burgenland mit minus 15 Prozent. Deutlich unter dem Mittelwert regnete es im mittleren Burgenland, im östlichen Weinviertel sowie von der Silvrettagruppe bis zu den Ötztaler Alpen.

Viel Neuschnee nördlich der Alpen in Niederösterreich.

Nicht selten treten auch im April Kaltlufteinbrüche in Verbindung mit Schneefall auf. Trotzdem waren die Neuschneemengen, die am 19. und 20. April entlang der Alpennordseite vom Salzkammergut bis zum Schneeberggebiet fielen, ungewöhnlich. Von den Ybbstaler Alpen bis ins zum Wienerwald hat es oberhalb von etwa 1000 m ü. Adria zwischen 70 und 100 cm geschneit. In Lunz am See summierte sich binnen 24 Stunden eine 65 cm hohe Neuschneedecke. Dies wäre auch im Hochwinter ein beachtlicher Wert.

Trotz ausreichend Niederschlag, blieben die Abflüsse deutlich unter dem Vergleichswert.

Vergleicht man die über Österreich gemittelten Abflüsse mit dem Niederschlag, dann zeigt sich im April ein extrem unterschiedliches Verhältnis. Während der Niederschlag um mehr als ein Viertel über dem Mittelwert der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 liegt, blieb die Abflussfracht mit 73 Prozent deutlich darunter. An der Raab in der Oststeiermark und im südlichen Burgenland fehlen auf den Vergleichswert an die 60 Prozent.

Anhaltende Niederwasserverhältnisse im Norden und Osten Österreichs.

Sowohl an der Thaya im Waldviertel und an der March, fehlen zum wiederholtem Male auch im April ebenfalls 60 Prozent auf vieljährigen Mittelwert. Der 12 Monate Vergleich erhöhte sich in diesen Einzugsgebieten auf ein Defizit von mehr als 50 Prozent.

Grundwasser

In etlichen Grundwassergebieten vor allem im Westen Österreichs sank das Grundwasser in der ersten Aprilhälfte ab und stieg in der zweiten an. In vielen anderen Gebieten dauerte die Absinkphase länger an und erst zu Monatsende wurden einige Tage lang steigende Werte registriert. In Teilen Tirols, Kärntens sowie im Norden und Osten Österreichs herrschten oft den ganzen April entweder sinkende oder annähernd gleichbleibende Verhältnisse.

Veröffentlicht am 01.02.2018, Wasserhaushalt (Abteilung I/4)