Hydrographische Übersicht Österreichs – April 2019

Es war kein typischer April, mit häufig wechselhaftem Wetter. Überwiegend war es zu warm für die Jahreszeit. Nur zum Monatsende gab es einen raschen Wechsel von sommerlichen Temperaturen hin zu kühleren Tagen. Nördlich der Alpen und im Osten Österreichs blieb es anhaltend trocken.

Überdurchschnittlich warm und die ersten Sommertage.

Österreichweit war der April 2019 um circa 1,5 °C wärmer als das Mittel der Vergleichsperiode 1981 bis 2010 und damit in den Niederungen Österreichs der dreizehnte Monat in Folge mit überdurchschnittlichen Monatsmittelwerten. In jeder Region Österreichs wurden die vieljährigen Mittelwerte zwischen 1,0 °C und 2,0 °C übertroffen. Durch das hohe Temperaturniveau begann die Vegetationsperiode vor allem im östlichen Flachland und im Süden zwei bis drei Wochen früher. Auffallend war auch, dass es in den Tälern bereits 1 bis 3 Sommertage mit Höchsttemperaturen mindestens 25 °C gab.

Wenig Niederschlag, nach 2018 wird ein weiteres Trockenjahr befürchtet.

Die seit Februar in Oberösterreich, Niederösterreich, Wien und dem Nordburgenland anhaltende niederschlagsarme Periode setzte sich auch im April fort. Da auch das Trockenjahr 2018 ähnlich niederschlagsarm begann, befürchtet die Landwirtschaft ein weiteres Jahr mit Ernteschäden durch fehlende Bodenfeuchte. Warm und trocken sind auch die besten Bedingungen für das weitere Ausbreiten des Borkenkäfers.

Der Abfluss kommt hauptsächlich von der Schneeschmelze.

Auf Grund des fehlenden Niederschlags kam der Abfluss in den Gewässern von Vorarlberg bis zum Ennsgebiet überwiegend aus der Schmelze der alpinen Schneespeicher. Vor allem die hohen Temperaturen in der zweiten Monatshälfte trugen dazu bei, dass die Abflüsse aus den alpinen Lagen im Westen Österreichs, an vielen Tagen deutlich über den vieljährigen Mittelwerten lagen. Im Flach- und Hügelland östlich der Enns und im Süden Österreichs, war die Schneeschmelze im April bereits beendet und der Abfluss fiel im Monatsverlauf deutlich unter mittlere Verhältnisse. An keinem Pegel dieser Charakteristik wurde im April 2019 ein Hochwasserereignis beobachtet.

Grundwasser

In vielen Grundwassergebieten Österreichs wurden im April sinkende oder gleichbleibende Grundwasserstände beobachtet. Im Westen zeigten die Ganglinien oft ein bis zwei Grundwasserspitzen. In jenen Gebieten vom Westen Österreichs bis in die Obersteiermark in denen im April die Schneeschmelze zur Grundwasserneubildung führte wurden steigende Grundwasserstände verzeichnet.

Veröffentlicht am 17.06.2019, Wasserhaushalt (Abteilung I/4)