Hydrographische Übersicht Österreichs – Mai 2019

Kühl und nass, so präsentierte sich der Mai 2019. Frühsommertage mit Temperaturen über 25 °C gab es wenige, dafür ausgiebig Niederschlag. In den alpinen Lagen im Westen Österreichs kam einiges an Neuschnee dazu. Nach den niederschlagsarmen Monaten von Februar bis April, wurde die in vielen Einzugsgebieten bis Mitte Mai herrschende Niederwasserperiode beendet.

Zu kalt, dazu Bodenfrost mit Schäden an landwirtschaftlichen Kulturen.

Nach dreizehn Monaten in Folge mit überdurchschnittlicher Lufttemperatur, war es im Mai 2019 richtig kühl und zwar in allen Regionen Österreichs. Erstmals seit rund 30 Jahren gab es fast keinen Sommertag mit einer Lufttemperatur über 25 °C (ZAMG). Gemittelt über die Fläche Österreichs war es um 2,5 °C kühler als in einem durchschnittlichen Mai. Durch den überdurchschnittlich warmen April, setzte die Vegetationsperiode bereits sehr früh in diesem Jahr ein. In vielen landwirtschaftlichen Kulturen stoppte der kühle Mai die Anwuchsphase, die Temperaturen unter dem Gefrierpunkt verursachten speziell in den Obst- und Weinbaugebieten Frostschäden.

Überdurchschnittlich viel Niederschlag in vielen Gebieten, verbessert die Wasserbilanz.

Die großen Niederschlagsmengen in der zweiten Monatshälfte motivierten zwar nicht zum Aufenthalt im Freien, wirkten sich aber nach den trockenen Monaten seit Februar, äußerst positiv auf die Wasserbilanz Österreichs aus. Die österreichweite Niederschlagsbilanz von Jänner bis Mai 2019 ergibt, dank der niederschlagsreichen Monate Jänner und Mai einen Überschuss im Vergleich zum vieljährigen, österreichweiten Mittelwert von plus 7 Prozent. Am wenigsten regnete es in der Südsteiermark, wo noch immer circa ein Viertel auf den Normalwert von Jänner bis Mai, fehlen.

Auch im Nordosten Österreich wurde die Niederwasserperiode beendet.

Dynamik im Abflussgeschehen an den Gewässern ist erst ab Mitte Mai zu erkennen. Eine Ausnahme davon ist die Bregenzerach, wo bereits zu Monatsbeginn durch die Kombination von Schneeschmelze in den tiefen Lagen und Niederschläge kleiner Abflussereignisse über den Mittelwert aufgezeichnet wurden. Ab dem 20. Mai waren es vor allem Tiefdruckgebiete über dem Alpenraum und Norditalien, die feuchte Luftmassen mediterranen Ursprungs an den Nordrand der Alpen führten und von Vorarlberg über das Tiroler Lechgebiet, bis zum Tiroler Achen und dem Saalachgebiet in Salzburg, zu teils beträchtlichen Niederschlagssummen führten. In den letzten Maitagen erreichten die Pegel vom Westen Österreichs bis Oberösterreich, Werte zwischen der erhöhten Wasserführung und einem ein- bis fünfjährlichen Hochwasser. Auch der Abfluss an der österreichischen Donau erhöhte sich bis hin zu einem einjährlichen Hochwasserereignis.

Grundwasser

In vielen Grundwassergebieten in Vorarlberg wurden bei in Summe gleichbleibenden oder sinkenden Verhältnissen um den 5. und den 13. Mai kleinere Grundwasserspitzen verzeichnet. Vom 20. bis zum 22. des Monats kam es dann zu einem starken Anstieg. In vielen Gebieten Tirols, Teilen Salzburgs, Kärntens und der Steiermark war der Verlauf ähnlich, doch dauerte der Anstieg größtenteils fast bis zum Ende des Monats an. Im Unteren Salzachtal, im Großteil Oberösterreichs, Niederösterreichs und Wiens, Teilen Kärntens sowie im Nordburgenland stieg das Grundwasser im Mai an, wobei der Anstieg im Nordosten des Bundesgebiets erst zwischen dem 9. und 15. Mai einsetzte. In der Südoststeiermark und im südlichen Burgenland herrschten annähernd gleichbleibende Verhältnisse, vereinzelt wurde in den letzten Maitagen aufgrund intensiver Niederschläge ein starker Anstieg registriert.

Veröffentlicht am 18.06.2019, Wasserhaushalt (Abteilung I/4)