Hydrographische Übersicht Österreichs – Juni 2018

Auch der erste Sommermonat präsentierte sich in ganz Österreich überdurchschnittlich warm. Es waren vor allem kleinräumige Gewitter-Niederschläge in der ersten Monatshälfte, die Schäden verursachten und maßgeblich für regional überdurchschnittliche Monats-Niederschlagssummen im südlichen Niederösterreich und in der Oststeiermark waren. Der Westen und Süden Österreich blieb ausgesprochen trocken.

Lufttemperatur über dem Durchschnitt, keine Ausnahme in diesem Jahr.

Vor allem in der ersten Monatshälfte lag die Lufttemperatur in allen Regionen Österreichs über und im letzten Monatsdrittel unter dem klimatologischen Mittelwert. Das österreichweit gemittelte Monatsmittel war trotzdem noch um 1,9 °C wärmer als das Mittel der Vergleichsperiode 1981 2010. Nicht untypisch für einen Juni waren große Temperaturunterschiede. Am 21. Juni war es mit 34,6 °C in Wolkersdorf und Hohenau an der March am heißesten. Nur zwei Tage später, am 23. Juni, war Weitensfeld (Kärnten) mit 2,7 °C der kühlste Ort unter 1000 m ü. Adria.

Im Südosten Gewitter mit Unwetterschäden, im Westen und Süden wenig Niederschlag.

In der nördlichen Steiermark, im Süden Oberösterreichs und im westlichen Waldviertel wurde im Juni, die seit Februar dieses Jahres anhaltenden, niederschlagsame Periode unterbrochen. Im Gegensatz dazu reichten die Juni-Niederschläge in Vorarlberg und Tirol nicht aus, um das vieljährige Mittel der Monats-Niederschlagssumme nur annähernd zu erreichen. Das Defizit in Vorarlberg beträgt im Juni mehr als -40 %, in Tirol fehlen über 30 % und in Osttirol sogar 50 % an Regen auf die mittlere Monatssumme. Selbst im  Jahr 2018 bisher sehr niederschlagsreichen Kärnten, fehlen im Juni fast 50 % auf die mittlere Monatssumme.

Wie im Mai waren es auch im Juni kurz, andauernde Starkniederschläge an wenigen Tagen, die maßgeblich die Niederschlags-Monatssumme beeinflussten. Gewitter mit Starkregencharakter prägten das Niederschlagsgeschehen und bringen große Regenmengen in kurzer Zeit.

Starkniederschläge prägen das Abflussverhalten an den Gewässern im Südosten Österreich

Vor allem in der ersten Monatshälfte waren die Abflüsse an den Pegeln der Hydrographie durch regional begrenzte Unwetterereignisse mit Schadensfolgen geprägt. Von kleinen lokalen Starkregenereignissen heimgesucht wurden dabei besonders Regionen im oberen Drautal, im Osten Kärntens, in der Ost- und Weststeiermark, in der Bucklige Welt in Niederösterreich und Burgenland und im niederösterreichischen Industriegebiet. Die Pegel der Oberläufe in diesen Gebieten verzeichneten rasche, kurzfristige Anstiege auf Abflussspitzen in der Größenordnung zwischen HQ5 bis HQ10 und seltener.

Niederwasser im Westen Österreichs

In den alpinen Einzugsgebieten in Vorarlberg und Tirol reduzierte sich der Abfluss infolge der niederschlagsarmen Periode von Anfangs mittleren Abflüssen, zum Monatsende hin in den Niederwasserbereich.

Grundwasser

In vielen Gebieten sank das Grundwasser im Juni ab, in einigen stagnierte es. Nur gebietsweise sind kleinere Spitzen – meist kurz vor der Monatsmitte und zu Ende des Monats, teilweise auch zu Monatsanfang und zu Beginn des letzten Drittels – aufgezeichnet worden. Im Unteren Salzachtal und in Teilen Niederösterreichs war der Anstieg zu Monatsende deutlicher, in Teilen der Südoststeiermark und des Südburgenlands jener zu Monatsbeginn.

Veröffentlicht am 25.07.2018, Abteilung I/4 – Wasserhaushalt