Hydrographische Übersicht Österreichs – September 2017

Kühl und regnerisch gestaltet sich der erste Herbstmonat 2017. Vor allem in den Bergen war es der kälteste September seit mehr als zehn Jahren. Vor allem im Süden Österreichs gab es auf über 2000 m ü. Adria bereits reichlich Schnee. Regional kleine Hochwasserereignisse prägten die Abflusssituation.

Der September trotzt dem Klimawandel

Entgegen dem allgemeinen Trend zu immer höheren Temperaturen, war es im September 2017 in ganz Österreich kühl. Damit bleibt der September in Österreich der einzige Monat, der keinen Temperaturtrend seit den 1940er Jahren aufweist. Die österreichweit gemittelte Lufttemperatur im September 2017 blieb somit um minus 1,2 °C unter dem Vergleichswert. An keiner Messstelle wurde in diesem Monat die 30 °C-Grenze überschritten.

Niederschlagsreich mit wenigen Ausnahmen und viel Neuschnee bereits im September.

Insgesamt gab es im September 2017 in Österreich ausreichend viel Niederschlag. Die auf die Fläche Österreichs gemittelte Niederschlagssumme lag um etwas mehr als ein Viertel über dem Vergleichswert der Periode 1981 bis 2010. Am meisten regnete es in Tirol und Osttirol, in Kärnten, in der südlichen Steiermark, in Burgenland, in Wien und im Süden und Osten von Niederösterreich. Im Gegensatz dazu war es wie schon seit mehreren Monaten davor, im Mühlviertel und im westlichen Waldviertel mit Defiziten zwischen minus 40 und minus 60 Prozent zu trocken. Der Großteil des Niederschlags fiel während einer ausgeprägten Tiefdruckperiode vom 14. bis zum 20. September. Während dieser Zeit gab es in Kombination mit tiefen Temperaturen, vor allem im Süden Österreichs oberhalb von 1400 mm Seehöhe, viel und relativ früh im heurigen Jahr, Neuschnee.

Überwiegend ausreichend Abfluss, weiterhin Niederwasser an der Thaya im Waldviertel und an der March.

Mit Ausnahme der Gewässer im Norden und Osten Österreichs wurden die vieljährigen Abfluss - Monatsmittelwerte für den September erreicht und überschritten. Im Süden und Westen Österreich wurden die Vergleichswerte sogar um 50 bis 100 Prozent überschritten. Bis auf die Thaya im Waldviertel, die March und die Raab lagen die Tagesmittelwerte des Abflusses den ganzen Monat über dem Mittelwert. Niederschlagsbedingte Abflussereignisse zeigen sich in den Ganglinien vor allem am Monatsanfang und zur Monatsmitte. Die maximalen Abflussspitzen erreichten eine Größenordnung bis zum einjährlichen Hochwasserereignis, nennenswerte Hochwasserschäden wurden keine gemeldet. Fast keine Abflussreaktionen sind am Pegel Raabs an der Thaya beobachtet worden. Die Tagesmittelwerte im gesamten Monat lagen weiter im untersten Niederwasserbereich.

Grundwasser

In vielen Gebieten Vorarlbergs und Tirols sowie in den großen Grundwassergebieten in Oberösterreich stieg das Grundwasser in den ersten zwei bis sechs Septembertagen an und sank den übrigen Monat ab. In den langsam reagierenden Gebieten im Westen dauerte der Anstieg zwischen 11 und 26 Tagen an. In weiten Teilen Salzburgs, Kärntens und der Steiermark sowie teilweise auch in Ober- und Niederösterreich zeigten die Ganglinien zwei Grundwasserspitzen. Die erste trat zwischen 3. und 11., die zweite zwischen 19. und 25. September auf. In den langsam reagierenden Gebieten im Nordosten und Süden herrschten oft 10 bis 15 Tage lang sinkende und danach steigende Verhältnisse die gegen Monatsende mancherorts in gleichbleibende oder sinkende Verhältnisse übergingen.

Veröffentlicht am 01.02.2018, Wasserhaushalt (Abteilung I/4)