Hydrographische Übersicht Österreichs – September 2019

Großteils freundliches und ruhiges Herbstwetter. Nur ein Tief über Oberitalien bringt im ersten Monatsdrittel im Westen und Süden teils kräftige Regenschauer und Gewitter. Bei leicht überdurchschnittlicher Lufttemperatur blieb die Niederschlagssumme mit räumlich großen Unterschieden, österreichweit ca. 10 Prozent unter dem Vergleichswert. Zum Monatsende kommen viele Gewässern in den Niederwasserbereich.

Ein sonniger erster Herbstmonat – perfekt zum Wandern

Pünktlich mit dem ersten Tag im September endete der Sommer 2019. Am ersten September stieg das Thermometer im burgenländischen Andau noch auf hochsommerliche 34,4 °C. Das war die höchste in diesem ersten Herbstmonat in Österreich gemessene Lufttemperatur. Im Gegensatz dazu, war es unter 1000 m ü. Adria am 20. September in Aigen im Ennstal mit minus 1,6 °C am kältesten. Aber auch im niederösterreichischen Waldviertel und in der Obersteiermark sank das Thermometer an einigen Tagen im letzten Monatsdrittel unter den Gefrierpunkt. Von Oberösterreich bis ins Nordburgenland, in der Obersteiermark und im Rheintal schien die Sonne um 10 bis 30 Prozent länger als im Mittel was gute Wanderbedingungen bedeutete.

Bei regional unterschiedlicher Niederschlagsverteilung überwiegt die Trockenheit

Im September gab es nur an wenigen Tagen nennenswerten Niederschlag. Im Wesentlichen war es ein Tief über Oberitalien, das bis zum 9. September die Niederschlagssumme in den Gebieten entlang des Alpenhauptkammes vom Tiroler Ötztal bis ins steirische Mürztal auf den vieljährigen September-Normalwert brachte. Vom 10. September bis zum 23. September blieb es in ganz Österreich mehr oder weniger niederschlagsfrei. Am wenigsten regnete es südlich der Donau in Oberösterreich, in der Obersteiermark und im niederösterreichischen Mostviertel.

Niederwassersituation in vielen Einzugsgebieten am Monatsende

Hydrologisch gesehen verlief der September 2019 ausgesprochen ruhig. Nur am ersten Tag des Monats gab es Meldungen über Schäden in den oberösterreichischen Bezirken und Wels-Land sowie Vöcklabruck durch Unwetter und Starkniederschläge. Niederschlagsbedingte Abflussreaktionen über die Abfluss-Tagesmittelwerte hinaus, gab es nur in der ersten Monatshälfte im Westen an der Bregenzerach, im Süden an der Gail und Lavant und an der Mur an der Grenze zu Slowenien. An allen anderen Messstellen dieser Charakteristik wurden ab dem ersten Monatsdrittel nur Trockenwetter-Auslaufkurven bis zum Monatsende aufgezeichnet. Ausgeprägte und anhaltende Niederwasserverhältnisse herrschten an der Raab im Südosten und im Thaya– Marcheinzugsgebiet im Nordosten Österreichs.

Grundwasser

In vielen Gebieten Tirols, Salzburgs und Oberösterreichs, in Teilen Kärntens sowie in der Obersteiermark stieg das Grundwasser die ersten neun bis zwölf Septembertage an, dabei war mancherorts diesem Grundprozess um den 3. September noch eine kleinere Spitze aufgesetzt. Im Großteil Vorarlbergs, in Teilen Niederösterreichs und des Burgenlandes sowie in der übrigen Steiermark stagnierten die Grundwasserstände zunächst oder sanken leicht ab, wobei mancherorts ebenfalls um den 3. des Monats eine kleine Spitze verzeichnet wurde. Zwischen 6. und 10. September stieg das Grundwasser hier ebenfalls an. Im Anschluss setzte überall eine Absinkphase ein, die teilweise von einer weiteren kleinen Spitze um den 26. September unterbrochen wurde. Es gab aber auch im ganz Österreich Grundwassergebiete in denen den gesamten September über sinkende oder gleichbleibende Verhältnisse herrschten.

Veröffentlicht am 04.10.2019, Wasserhaushalt (Abteilung I/4)