Hydrographische Übersicht Österreichs – Oktober 2017

Die letzten Oktobertage waren kalt und stürmisch, die meiste Zeit jedoch dominierte Hochdruckwetter mit ruhigem, fast sommerlichem Herbstcharakter. Die regionale Verteilung des Niederschlags war sehr unterschiedlich. Im Süden trocken, nördlich der Alpen gab es ausreichend Niederschlag.

Ein beständiges Hochdruckgebiet bringt ruhiges Herbstwetter, nur zum Monatsende wurde es stürmisch.

Das kalte und stürmische Monatsende reichte nicht aus, um die insgesamt warme und sonnige Oktoberbilanz zu ändern. Das österreichweite Flächenmittel der Lufttemperatur im Oktober 2017 war um plus 1,4 °C wärmer als der Vergleichswert. In keiner Region wurde der Mittelwert nicht überschritten. Dabei war es in Ober- und Niederösterreich, im Burgenland und Wien mit Abweichungen zwischen plus 1,0 bis plus 2,0 °C im Vergleich zu den westlichen und südlichen Landesteilen am wärmsten.

Wenig bis gar kein Niederschlag im Süden, feuchter war es nördlich der Alpen.

Wie öfter im Oktober, waren Regen und Schnee sehr unterschiedlich verteilt. Ausgesprochen niederschlagsarm war es südlich der Alpen in Osttirol, in Kärnten, der südlichen Steiermark und im Südburgenland. Dem gegenüber stehen überdurchschnittliche Monatssummen in Vorarlberg, in Niederösterreich und in Wien. Trotz dieser großen, regionalen Unterschiede entsprach das Flächenmittel für Österreich im Oktober dem Vergleichswert der Periode 1981 bis 2010. In Höhenlagen unter 1000 m ü. Adria gab es fast keinen Schnee.

Unterschiedliche Abflusssituationen in den Trockengebieten, kein Hochwasserereignis.

Deutliche Abflussreaktion in Form von Pegelanstiegen zeigen nur die kleineren Gewässer in Vorarlberg und jene im Ober- und Niederösterreichischen Alpenvorland im ersten und letzten Monatsdrittel. Die Abflussfracht der größeren Gewässer blieb im Bereich um den vieljährigen Mittelwert. Im Süden waren in Relation zum Mittelwert, sehr unterschiedliche Abflussfrachten zu beobachten. An der Gail in Kärnten zum Beispiel folgte auf den um plus 80 Prozent überdurchschnittlichen September ein Defizit von etwas mehr als 50 Prozent im Oktober. Die Abflüsse an der Lavant und an der Gurk hingegen profitierten auch im niederschlagsarmen Oktober vom feuchten September, die Abflusssumme blieb hier immerhin noch im Bereich des vieljährigen Mittelwertes.

Im Mühl-, Wald- und Weinviertel reichte auch der überdurchschnittliche Niederschlag im Oktober nicht aus, um die Abflussfracht auf ein mittleres Niveau zu heben. An der Thaya im Waldviertel blieb die Niederwassersituation den ganzen Monat bestehen. An der March bei Angern erhöhte sich der Abfluss nur an den letzten Tagen des Monats auf die Tagesmittelwerte der Vergleichsreihe. Hochwasserereignisse wurden keine beobachtet.

Grundwasser

In Westen Österreichs wurden in vielen Gebieten in den ersten drei bis neun Oktobertagen steigende Grundwasserstände und danach sinkende Grundwasserstände beobachtet. Gebietsweise kam es in der letzten Woche nochmals zu einem meist kleineren Anstieg. Im Süden und Osten herrschten überwiegend sinkende oder gleichbleibende Verhältnisse.

Veröffentlicht am 01.02.2018, Wasserhaushalt (Abteilung I/4)