Hydrographische Übersicht Österreichs – November 2018

Der November 2018 war überdurchschnittlich warm. In vielen Regionen, vor allem im Westen, regnete es extrem wenig. Wie an vielen Gewässern, blieb die Wasserführung der Donau an allen Tagen des Monats im Niederwasserbereich. Auch die Grundwasserstände, vor allem im Westen und nördlich der Alpen sanken an vielen Messstellen auf ein bisher noch nie erreichtes Minimum.

Spätsommerliche Temperaturen im November

Mit 23,8 °C war es am 5. November in Salzburg-Freisaal im November fast noch spätsommerlich warm. An vielen Tagen in der ersten Monatshälfte wurden an den Messstellen unter 1000 m ü. Adria Tageshöchstwerte zwischen 17 und 23 °C gemessen. In der zweiten Monatshälfte entsprachen die Temperaturen der Jahreszeit. Erst mit einer Nordströmung in den letzten Tagen des Monats stellten sich winterliche Temperaturen vor allem im Norden und Osten ein.

Fast kein Niederschlag im Westen Österreichs

Wie schon im April und Juli 2018 wurde fehlen österreichweit auch im November fast 50 % an Niederschlag auf den Vergleichswert der Periode 1981-2010. Von Februar bis November wurde in Vorarlberg, im Salzburger Flachgau und im Mühlviertel der Mittelwert der Niederschlags-Monatssummen nie erreicht. In Vorarlberg, in Tirol und in Teilen Salzburgs regnete es im November fast überhaupt nicht.

Niederwasserverhältnisse an vielen Gewässern

Auf Grund der teilweise extremen Niederschläge in der letzten Oktoberwoche in Norditalien, der Schweiz und im Südwesten Österreichs blieb die Abflusssumme am Rhein, an der Gail, an der Drau und an der Mur im Bereich der mittleren Monatssumme. Die Gewässer im übrigen Österreichs zeigen nur geringe bis gar keine niederschlagsbedingten Abflussreaktionen. An fast allen Messstellen verstärkte sich die Niederwassersituation bis zum Monatsende. Die November-Abflussfracht an der Bregenzerach betrug gerade einmal ein Fünftel des Vergleichswertes. Wie in allen Monaten 2018 wurden der Mittelwert am Pegel Raabs an der Thaya im niederösterreichischen Waldviertel auch im November deutlich unterschritten und erreichte, wie an der March nur ca. ein Drittel des Erwartungswertes. Auch an der Donau herrschten an allen Tagen im November Niederwasserverhältnisse vor. Die Schifffahrt war beeinträchtigt und die Stromerzeugung deutlich unter dem Durchschnitt.

Grundwasser

Im November waren die Grundwasserverhältnisse in Österreich die meiste Zeit sinkend oder teilweise gleichbleibend, nur vereinzelt setzte sich der Anstieg vom Ende des Vormonats noch etwas fort. Gebietsweise begann das Grundwasser im Laufe des letzten Novemberdrittel etwas zu steigen bzw. wurde an etlichen Messstellen um den 27. November eine geringfügige Spitze verzeichnet.

Veröffentlicht am 13.12.2018, Wasserhaushalt (Abteilung I/4)