Hydrographische Übersicht Österreichs – Dezember 2017

In den Bergen schneite es entsprechend einem Wintermonat. In den Tälern und im Flachland Ostösterreichs blieb es weiterhin trocken, bei überdurchschnittlichen Dezembertemperaturen. Bezogen auf die Fläche Österreichs fehlen 2017 10 Prozent auf die mittlere Jahressumme des Niederschlags.

Temperaturen entsprachen dem Mittelwert, nur in den Bergen war es kälter.

Die Lufttemperatur im Dezember 2017 entsprach den für einen Wintermonat normalen statistischen Schwankungen. Im Bergland von Vorarlberg bis ins Salzkammergut und in Kärnten war es oberhalb 1000 m Seehöhe kühler als der vieljährige Mittelwert. Von Oberösterreich bis ins westliche Niederösterreich und in der Steiermark übertraf das Monatsmittel der Lufttemperatur 2017 den Vergleichswert und im Osten, im Weinviertel, im Wiener Becken und im Burgenland gab es positive Abweichungen.

Große regionale Unterschiede in den Niederschlagsmengen.

Die Niederschlagsmenge im Dezember 2017 bezogen auf die Fläche Österreichs, entsprach trotz großer regionaler Unterschiede, dem vieljährigen Durchschnitt. Im Süden Kärntens fiel außergewöhnlich viel Niederschlag. In Vorarlberg und Tirol betrug der Überschuss 25 bis 75 Prozent. In Salzburg, in Oberösterreich, in weiten Teilen der Steiermark sowie im südwestlichen Niederösterreich entsprachen die Niederschlagsmengen in etwa dem klimatologischen Mittel. Dafür war es im Wald- und Weinviertel, sowie im Burgenland und der Oststeiermark trockener als in einem durchschnittlichen Dezember. Wie schon in sechs Monaten davor im Jahr 2017, zählt das Wald- und Weinviertel auch im Dezember zu den trockensten Regionen Österreichs.

Im Wald- und Weinviertel fehlt im Jahr 2017 ein Viertel auf die durchschnittliche Niederschlagssumme.

Die Jahressumme des Niederschlags entsprach im Jahr 2017 in Tirol, Salzburg und in der Obersteiermark dem Mittelwert. Im Norden und Osten Österreichs hingegen, sind deutliche Defizite in der Niederschlagsbilanz zu erkennen. Im Wald- und Weinviertel sowie im Burgenland fehlt auf die mittlere Jahressumme circa ein Viertel des Niederschlags.

Regional unterschiedlich, die gesamte Abflusssumme erreichte den Mittelwert.

Die Abflussbilanz im Dezember 2017 entsprach - bei regionalen Unterschieden - dem Dezember - Mittelwert. An den Gewässern im Westen Österreichs wurden überdurchschnittliche Abflusssummen zwischen plus 10 Prozent und plus 30 Prozent erreicht. Mittlere Abflussverhältnisse ergaben sich in den Gebieten von Salzburg bis in das niederösterreichische Mostviertel. An der Thaya im Waldviertel wurde die mittlere Abflussfracht auch im Dezember um fast 70 Prozent unterschritten.

Nach Starkniederschlag und Schneeschmelze gab es Hochwasseralarm im Süden Kärntens.

Ganz im Süden an der Gail und an einigen südlichen Zubringern zur Drau lösten zwei Niederschlagsperioden zur Monatsmitte und in der letzten Dezemberwoche, Hochwasserspitzen mit Scheitelwerten seltener Auftrittswahrscheinlichkeiten aus. Eine Südwest-Wetterlage verursacht im Süden Kärntens am 11. Dezember und 12. Dezember 2017 einen Föhnsturm mit orkanartigen Böen. Mit dem Föhn stiegen auch die Temperaturen auf - für die Jahreszeit - ungewöhnliche 10 bis 16 °C an, was die Schneeschmelze aktivierte. Am Pegel Miklauzhof an der Vellach stieg der Abfluss auf einen Wert der einem HQ30 bis HQ50 entspricht (siehe auch Bilder der Bildgalerie und den Bericht über das Hochwasserereignis an der Eisenkappler Vellach und am Ebriachbach am 12. Dezember 2017 von der Hydrographie Kärnten).

Die außergewöhnliche Niederwasserperiode im Nordosten Österreichs verlängert sich.

Mit Ausnahme der Gewässer im Osten und Norden Österreichs pendelte die Jahresabflusssumme um den Mittelwert der Vergleichszeitreihe 1981 bis 2010.  Die Jahres-Abflusssumme am Pegel Raabs an der Thaya betrug nur etwa ein Drittel des vieljährigen Mittelwertes. Bemerkenswert ist hier, dass die mittlere Abfluss-Monatsfracht am Pegel Raabs an der Thaya an keinem Monat im Jahr 2017 nur annähernd erreicht wurde. An den Pegeln Angern an der March und Neumarkt an der Raab war es auch nur circa die Hälfte des Vergleichswertes.

Grundwasser

In vielen Grundwassergebieten Österreichs sanken die Grundwasserstände im ersten Dezemberdrittel ab, mancherorts stagnierten sie auch, stiegen dann wenige Tage an und sanken hernach wieder ab. Gebietsweise trat gegen Monatsende ein weiterer kleinerer Anstieg auf. In einigen Gebieten wurden durchwegs sinkende Werte gemessen. Im Nordosten des Bundesgebietes herrschten meist gleichbleibende Verhältnisse. Ganz im Südosten stieg das stieg das Grundwasser bis etwas nach der Monatsmitte an, verblieb dann in etwa auf dem erreichten Niveau und begann kurz vor Monatsende weiter zu steigen.

Bilder vom Hochwasser an der Vellach in Kärnten am 12. Dezember 2017.

Veröffentlicht am 08.01.2018, Wasserhaushalt (Abteilung I/4)