Hydrographische Übersicht Österreichs – Dezember 2018

Nach zehn trockenen Monaten regnete es nördlich des Alpenhauptkammes überdurchschnittlich viel. Der Trend zu immer höheren Lufttemperaturen setzte sich fort und es kam sehr viel Regen zum Abfluss. An der Donau entwickelte sich zu Weihnachten ein Hochwasser. Anders die Situation im Süden Österreichs. Von Osttirol bis in das südliche Burgenland regnete und schneite es wenig.

Anhaltender Trend zu milderen Wintertemperaturen.

Seit März 2018 war es in keiner Region Österreichs kühler als das vieljährige Monatsmittel. Im April 2018 betrug die Abweichung zum Normalwert in vielen Regionen über plus 5 °C. Auch im Dezember setzte sich der aktuelle Trend zu immer wärmeren Monatsmittelwerten fort. Österreichweit liegt die Abweichung im Dezember - wie auch das Jahresmittel 2018 - etwas weniger als plus 2 °C über dem Mittelwert.

Viel Niederschlag im Norden, niederschlagsarm im Süden Österreichs.

In der ersten Monatshälfte und im letzten Monatsdrittel gab es fast täglich Niederschlag nördlich des Alpenhauptkammes von Vorarlberg bis in den Nordosten Österreichs. Damit endete in diesen Gebieten die seit August anhaltende niederschlagsarme Periode. Es waren vor allem westliche und nordwestliche Wetterlagen die in Nordtirol, in Salzburg, in Oberösterreich, in Niederösterreich und in Wien, die Dezember-Niederschlagssumme bis zum zweifachen Wert der Normalzahl erhöhten. Deutlich unterdurchschnittliche Niederschlagssummen wurden in Kärnten, der südlichen Steiermark und im Südburgenland gemessen. Hier regnete es nur bis zu einem Viertel der Normalzahl.

Da die Temperatur zur Monatsmitte der Jahreszeit entsprach, bildete sich nahezu in ganz Österreich eine Schneedecke, die jedoch bis Weihnachten, aufgrund der hohen Temperatur zum Monatsende unterhalb 600 m über Adria abgeschmolzen war.

Die Niederschläge im Dezember beendeten, mit Ausnahme an der March, eine lange Niederwasserperiode.

Die Niederwasserperiode im Herbst 2018 in weiten Teilen Österreichs endete mit den Niederschlägen im Dezember. Mit den an vielen Tagen überdurchschnittlichen Temperaturen fiel der Niederschlag in den Tallagen vor allem zum Monatsende als Regen und erhöhte die Abflüsse in den Gewässern im Westen und Norden Österreichs teils deutlich über die vieljährigen Tagesmittelwerte für diese Jahreszeit. Mit der Südföhn – Wetterlage mit relativ hohen Temperaturen um die Weihnachtszeit wurde zum Regen auch die Schneeschmelze aktiviert und die Abflusssituation vieler Gewässer in tiefen Lagen, wechselte vom 21. Dezember bis zum 24. Dezember in kurzer Zeit vom Niederwasser zum Hochwasser. Auch an der Donau – am Pegel Korneuburg/Donau ‑ erhöhte sich die Wasserführung vom 22. Dezember 2018 14:00 Uhr bis in die Nacht des 24. Dezember 2018 außergewöhnlich schnell von 1000 m³/s auf eine Abflussspitze von circa 5500 m³/s, nach dem 6. Jänner 2018 der Höchstwert im Jahr 2018.

Die seit Anfang Februar 2018 an der March vorherrschende Niederwassersituation hingegen, hat sich auch bis zum Jahresende nicht verbessert. Seit 3. Februar 2018 wurde am Pegel Angern an der March der vieljährige Tagesmittelwert an keinem Tag erreicht.

Grundwasser

Im Dezember wurden in vielen Gebieten von Vorarlberg bis ins westliche Niederösterreich in den ersten zehn bis fünfzehn Tagen steigende Grundwasserstände beobachtet, dann sinkende oder gleichbleibende und ab dem 22. Dezember neuerlich oft stark steigende Grundwasserstände. Nach wenigen Tagen setzte vielerorts bereits wieder eine Absinkphase ein. In Gebieten mit größerer Überdeckung herrschten zunächst sinkende oder gleichbleibende Verhältnisse die je nach Lage des Grundwassergebiets mit Beginn des zweiten Monatsdrittels oder erst am 24. Dezember in steigende Verhältnisse übergingen. Im Nordosten Niederösterreichs sowie im Nord- und Mittelburgenland stieg das Grundwasser den ganzen Monat über an, während es in Osttirol, Kärnten, der Steiermark und im Südburgenland überwiegend absank.

Veröffentlicht am 09.01.2019, Wasserhaushalt (Abteilung I/4)