Hydrographische Übersicht Österreichs - Jänner 2017

Trocken und mit einer Abweichung von minus 3,0 °C zum vieljährigen Mittel, ist der Jänner 2017 ähnlich ausgefallen, wie der letzte wirklich kalte Hochwintermonat im Jahr 2006. Da die Luft nicht nur sehr kalt, sondern auch sehr trocken war, gab es ungewöhnlich viele Sonnenstunden.

Hochwinterlich und anhaltend kalt

In der zweiten Jännerwoche führte ein kräftiger Kaltluftvorstoß von Norden arktische Luftmassen bis weit in den Süden Europas. Im Anschluss daran entwickelte sich über Zentraleuropa ein beständiges Kältehoch aus, das den Durchzug milder und feuchter Luftmassen vom Atlantik über das Festland verhinderte. Sowohl in den alpinen Gebieten im Westen, als auch in den Tallagen im Süden und Norden des Landes wurden über viele Tage Temperaturminima gemessen, die selbst für einen Hochwintermonat bemerkenswert unterdurchschnittlich waren.

Trocken mit viel Sonnenschein, Neuschnee gab es nur nördlich der Alpen.

Auf den niederschlagsarmen Dezember 2016 folgte ein in vielen Regionen ebenso trockener Jänner 2017. Nur nördlich des Alpenhauptkammes von Vorarlberg bis zum Ennstal gab es durchschnittliche Niederschlagsmengen, die überwiegend in Form von Schnee fielen und für winterliche Stimmung in den Wintersportorten sorgten. Am wenigsten Niederschlag gab es in Osttirol, Oberkärnten, im oberösterreichischen Donauraum, im Weinviertel und in Wien, wo es um 50 bis 70 Prozent weniger Niederschlag im Vergleich zum Mittel 1981 bis 2010 gab. An manchen Orten gab es hier gar keinen Niederschlag. Österreichweit ergibt sich im Jänner 2017 ein Mittelwert von knapp 60 Prozent, damit ist es der niederschlagsärmste Jänner seit 2002.

Im Süden und Osten freuten sich Eisläuferinnen an zugefrorenen Seen.

Entsprechend der unterschiedlichen Niederschlagsverteilung gestalteten sich auch die Schneeverhältnisse unterschiedlich. Am meisten Neuschnee gab es im Bundesland Salzburg, wo es um 50 Prozent mehr als im Mittel schneite. Mit einem Plus von 25 bis 50 Prozent an Neuschnee war auch der Wintertourismus in Nordtirol, Oberösterreich und Niederösterreich zufrieden. Viel zu wenig Schnee gab es in Kärnten in Osttirol, in der südlichen Steiermark, im Burgenland, im östlichen Niederösterreich und in Wien. Hier wurden nur die Eisläuferinnen und Eisläufer zufrieden gestellt, da viele Gewässer – allen voran der Neusiedlersee – zugefroren waren.

Ein ganzer Monat mit winterlichen Niederwasserverhältnissen.

Die im Dezember 2016 begonnene winterliche Niederwasserperiode, hat sich über den gesamten Jänner 2017 ausgedehnt. In den Gebieten nördlich des Alpenhauptkammes, fiel der Niederschlag hauptsächlich in fester Form – also als Schnee – und war daher nicht abflusswirksam. In allen anderen Gebieten gab es kaum Niederschlag. Auf Grund der Temperaturen unter dem Gefrierpunkt, bildete sich Eis an stehenden und auch an fließenden Gewässern. An der Donau bei Wien mussten Maßnahmen wie der Einsatz von Eisbrechern - ergriffen werden um Fahrtrinnen in Häfen schiffbar zu halten.

Die Abflüsse an den Gewässern im Wald- und Weinviertel und im Südosten Österreichs erreichten nicht einmal die Hälfte des Jänner – Mittelwertes der Vergleichsreihe 1981 bis 2010. An der March und an der Thaya im Waldviertel dauert die Niederwasserperiode mit deutlich unterdurchschnittlichen Abflusswerten bereits seit Februar 2016 – also ein ganzes Jahr an. Niederschlagsbedingte Abflussreaktionen gab es im Jänner 2017 keine.

Grundwasser

Im Jänner 2017 sank das Grundwasser in Österreich entweder ab oder verblieb auf einem annähernd gleichen Niveau. Nur vereinzelt gab es Gebiete in denen zeitweise auch etwas steigende Werte registriert wurden.

Veröffentlicht am 01.02.2018, Wasserhaushalt (Abteilung I/4)