Hydrographische Übersicht Österreichs - Mai 2017

Der Sommer startete bereits im Mai. Es war überdurchschnittlich warm und in allen Regionen gab es zu wenig Niederschlag. Zum Monatsende wurde in niederösterreichischen Horn mit 35,0 °C ein neuer Mai-Hitzerekord für Österreich gemessen. Vor allem im Südosten und Norden blieb die Wasserführung in den Gewässern deutlich unter dem Mittelwert.

Hochsommerliche Temperaturen in der zweiten Monatshälfte.

In der zweiten Monatshälfte wurde es hochsommerlich warm. Alle Gebiete in Österreich zeigen positive Abweichungen von der Lufttemperatur-Normalzahl zwischen 1,0 und knapp 2,0 °C. Das österreichweite Monatsmittel liegt mit 1,1 °C über dem Vergleichswert der Reihe 1981 bis 2010. An überdurchschnittlich vielen Tagen wurde die 33 °C-Marke überschritten. Der Mai 2017 zählt zwar nicht zu den wärmsten der Messgeschichte, trotzdem wurden an einigen Messstellen im Nordosten Österreichs neue Mai-Rekorde gemessen.

Viele Sonnenstunden und damit wenig Niederschlag.

Die Niederschlagssumme im Mai 2017 erreichte in keiner Region das Mai-Mittel. Am trockensten blieb es in Osttirol (minus 60 Prozent) und in Kärnten, Niederösterreich und Burgenland mit minus 45 Prozent. Bis zu 80 Prozent vom Normalwert wurden in Tirol und Oberösterreich erreicht.

Niederwasserverhältnisse im Süden, Osten und Norden Österreichs.

Mit Ausnahme der Gewässer aus dem niederösterreichischen Mostviertel blieben die Monatsmittelwerte überwiegend unter der mittleren Mai-Abflussfracht. Die Gewässer im Süden Österreichs profitierten anfangs noch von der Niederschlagsperiode Ende April, sanken aber bis zum Monatsende durchwegs und stark unter das jeweilige Tagesmittel. Mit Ausnahme der größeren Flüsse im Westen Österreich sowie jener im Mostviertel stellten sich zum Monatsende Niederwasserverhältnisse ein. An den Gewässern im Süden Österreichs, an der Mur in Mureck, an der Raab im südlichen Burgenland, sowie an der Thaya und March im Waldviertel viel die Wasserführung auf die niedersten Tagesmittelwerte seit Aufzeichnungsbeginn.

An der Thaya im Waldviertel wurde 2016 die geringste Abfluss - Jahresfracht seit 1960 gemessen.

Besonders auffällig ist die bereits mehr als 12 Monate anhaltende Niederwasserperiode an der Thaya im Waldviertel. Der noch ungeprüfte Jahresmittelwert an der Thaya 2016 beträgt nur etwas mehr als 2,0 m³/s, dies ist der niederste Wert der Beobachtung seit 1960.

Grundwasser

In den alpin geprägten Gebieten im Westen Österreichs wurden in der ersten Maihälfte steigende Grundwasserstände beobachtet, in der zweiten Hälfte gab es sowohl Gebiete mit steigenden als auch Gebiete mit sinkenden Grundwasserständen. In den tiefer liegenden Gebieten mit großer Speicherfähigkeit Vorarlberg und Oberösterreich sank das Grundwasser in der ersten Maiwoche ab, stieg dann zwei bis drei Tage an und sank im Anschluss neuerlich ab. Im Norden, Osten und Südosten Österreichs herrschten überwiegend sinkende oder gleichbleibende Verhältnisse.

Veröffentlicht am 01.02.2018, Wasserhaushalt (Abteilung I/4)