Hydrographische Übersicht Österreichs – Juli 2019

Der Trend zu immer höheren Temperaturen zeigt sich auch im Juli. Zwei hochsommerliche Hitzewellen, unterbrochen durch eine relativ kühlere Phase vor der Monatsmitte, ergaben eine um 1,7 °C über dem Mittel der Lufttemperatur gelegene Monatsbilanz. Besonders in der Osthälfte Österreichs regnete es auch im Juli viel zu wenig. Die Abflüsse blieben deutlich unter den vieljährigen Monatsmittelwerten.

Zwei Hitzewellen mit hohen Lufttemperaturen, aber keine Temperaturrekorde.

Die erste Hitzewelle im Juli hatte ihren Beginn bereits in den letzten Junitagen und dauerte nahezu ganz Österreich bis zum 7. Juli an. Darauf folgten 10 Tage mit moderaten Temperaturen im Bereich der Mittelwerte und eine zweite Hitzeperiode im letzten Monatsdrittel. Mit Höchstwerten über 40 °C lag der Schwerpunkt der beiden Hitzewellen mit zahlreichen Rekorden im Westen Europas. Der österreichische Juli Hitzerekord von 40,5 °C, gemessen am 8.8.2013 in Bad Deutsch Altenburg, wurde nicht erreicht. Am relativ wärmsten war es im Westen Österreichs. In Vorarlberg wurde der Erwartungswert um mehr als +2,0 °C überschritten. Die Abweichungen in den anderen Regionen liegen relativ einheitlich um 1,5 bis 2,0 °C über dem vieljährigen Monatsmittelwert der Lufttemperatur (ZAMG).

Mit wenigen lokalen Ausnahmen regnete es im Juli 2019 wenig.

Dauerregen mit nennenswerten Niederschlag gab es im Juli nur am Ende des Monats im Westen und Süden Österreichs. Gebiete mit mittleren Juli-Monatsniederschlagssummen und darüber gab es nur im Tiroler Achengebiet, im Wald- und Weinviertel und in östlichen Kärnten. Hier waren es hauptsächlich schwere Gewitter mit Starkregen, die innerhalb kurzer Zeit die Niederschlagsbilanz lokal über den Durchschnitt anhobt. Die Monatsbilanz bezogen auf die Flächen der jeweiligen Bundesländer jedoch zeigt überall ein Defizit. Im Wald- und Weinviertel sorgten Gewitter mit Starkregen lokal für überdurchschnittlich viel Niederschlag, hier gab es aber auch Regionen mit einem deutlichen Defizit in der Niederschlagssumme. Bezogen auf ganz Österreich ist der Juli 2019 mit einem Defizit von -30 % als niederschlagsarm einzustufen.

Niederwasser in den Gewässern, nur im Einzugsgebiet der Salzach gab es ein Hochwasserereignis in den letzten Julitagen.

Auf Grund der in ganz Österreich bis zum Monatsende vorherrschenden niederschlagsarmen Periode reduzierten sich die Abflüsse an den Pegeln dieser Charakteristik seit Mitte Juni bis in den Niederwasserbereich. Nur die Abflüsse am Rhein, am Inn und an der Salzach profitierten vom feuchten Mai und der außerordentlichen Schneeschmelze im Juni und blieben nach einem kontinuierlichen Rückgang im Juli, am Monatsende auf annähernd mittlerem Niveau. Niederschlagsbedingte Abflussreaktionen sind nur im Westen Österreichs – im Speziellen im Salzacheinzugsgebiet wo es ein Hochwasserereignis gab – beobachtet worden.

Überwiegend absinkende Grundwasserstände

Im Juli herrschten überwiegend sinkende Grundwasserverhältnisse, teilweise von einem geringfügigen Anstieg zur Monatsmitte unterbrochen. Vielerorts stiegen die Werte in den letzten Julitagen etwas an.

Veröffentlicht am 12.08.2019, Wasserhaushalt (Abteilung I/4)