Der Pegel Spöttling/Teischnitzbach – gerüstet für das Monitoring des Klimawandels

Der Teischnitzbach mit seinem noch weitgehend unbeeinflussten vergletscherten Einzugsgebiet eignet sich besonders für das Monitoring des Wasserhaushaltes in alpinen Gebieten.

Der Teischnitzbach in Kals am Großglockner war schon früh für die Energiewirtschaft interessant und es wurde bereits 1930 eine Pegelbeobachtungsstelle beim Taurer in Kals eingerichtet.

Pegelgeschichte

Begonnen wurde mit einem einfachen Lattenpegel, der von einem Beobachter abgelesen wurde. Für die Durchflussermittlung war der Teischnitzbach wegen seines alpinen Charakters ein schwieriges Gewässer. Wiederkehrende Sohlveränderungen und Auskolkungen erzwangen wiederholt bauliche Maßnahmen im Pegelbereich. 1950 wurde versuchsweise der erste Pegelschreiber in Betrieb genommen. Bis zum Sommer 1993 war der Pegel im Besitz der Verbundgesellschaft, der Studiengesellschaft Osttirol und der Osttiroler Kraftwerksgesellschaft.

Mit Einstellung der Planungsarbeiten für das Kraftwerksprojekt Kals-Matrei mit einem Jahresspeicher im Dorfertal sollte der Pegel im Jahre 1993 aufgelassen werden. Der Hydrografische Dienst beim Amt der Tiroler Landesregierung konnte das durch den Ankauf der Pegelstelle verhindern und ist seit 1993 Besitzer und Betreiber des Pegels.
 

Eine Sanierung der Gerinnesohle im Jahre 1994, führte in der Folge zu hydraulischen Instabilitäten und unsicheren Messungen. Bei höherer sommerlicher Wasserführung kam es zu einem Fließwechsel im Pegelgerinne, der die Genauigkeit der Durchflussberechnung beeinträchtigte. Im Sommer 2006 hat ein Starkregen im Einzugsgebiet des Teischnitzbaches ein in der Pegelgeschichte noch nie beobachtetes Hochwasser ausgelöst und die Pegelanlage stark in Mitleidenschaft gezogen. Nun war die Zeit reif für eine Generalsanierung des Pegels am Teischnitzbach.

Sanierung mit vereinten Kräften

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Infrastruktur an der Technischen Fakultät der Universität Innsbruck wurde mit einem Modellversuch die künftige Pegelanlage hydraulisch optimiert und die Wasserstand-Durchfluss-Funktion bis zur Höhe des Ausuferns ermittelt. Am 15. September 2010 ging die Pegelanlage offiziell wieder in Betrieb. Dieses Ereignis wurde im Beisein von Vertretern des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus, Abteilung I/4 -Wasserhaushalt, des Forsttechnischen Dienstes der Wildbach- und Lawinenverbauung, Gebietsbauleitung Osttirol, der Bezirkshauptfrau von Lienz, der Abteilung Wasserwirtschaft und dem Sachgebiet Hydrografie und Hydrologie, sowie MitarbeiterInnen vom Baubezirksamt Lienz beim Amt der Tiroler Landesregierung, dem Bürgermeister von Kals am Großglockner, des Nationalparks Hohe Tauern, der Universität Innsbruck, den altgedienten und den aktiven PegelbeobachterInnen vor Ort feierlich gewürdigt.

Pegelausrüstung

Am Pegel erfolgt die Wasserstandserfassung mittels Radar, Drucksonde und Lattenpegel. Wassertemperatur und Lufttemperatur werden ebenso wie der Wasserstand auf einem Display aktuell angezeigt. An Hand der schon bekannten Wasserstand-Durchflussbeziehung kann der/die BetrachterIn eine Vorstellung für die aktuell vorbeifließende Wassermenge - dem Durchfluss am Pegel - bekommen.

Vier Informationstafeln auf Steinkästen bieten interessierten Personen viel Wissenswertes zum Thema Wasser.
 

Veröffentlicht am 23.08.2018, Wasserhaushalt (Abteilung I/4)