HyDaMS - das Hydrographische Datenmanagement System

Die Hydrographie Österreichs prüft, archiviert und analysiert die erhobenen Daten mit dem Hydrographischen Datenmanagement System HyDaMS.

Der hydrologische Alltag der Hydrographie Österreichs ist der Umgang mit großen zeitbezogenen Datenmengen (Zeitreihen mit unterschiedlichen Parametern und Zeitbezüge) die für vielfältige und umfangreiche Auswertungen benötigt werden.

Die immer höher werdenden Ansprüche an die Datenqualität erforderten bereits vor mehr als 30 Jahren, die automationsgestützte Datenverarbeitung einzuführen. Die erste derartige Software wurde in den 1980iger Jahren entwickelt und auf einer Großrechenanlage im Land- und forstwirtschaftlichen Rechenzentrum (LFRZ) in Wien installiert. Mitte der 1990iger Jahre wurde die bis dahin zentral im BMNT durchgeführte, digitale Datenerfassung - damals wurden die mehrheitlich analog erfassten Zeitreihen noch händisch digitalisiert - in die hydrogrographischen Organisationseinheiten der Bundesländer ausgelagert.

HyDaMS - hydrographische Zusammenhänge auf einem Blick.

Mit dem Einsatz von digitalen Erfassungsgeräten, den sogenannten Datensammlern, veränderten sich abermals die Anforderungen an das Datenmanagement, die nur mit einem modernen hydrographischen Datenmanagement-System erfüllt werden konnten. Ziel war es, ein System zu entwickeln, das den Informationsgehalt der Zeitreihen mit vielen anderen messstellenrelevanten Daten - den Stammdaten der Messstellen - kombiniert und verwaltet. Zusätzlich mussten routinemäßige Auswertungen, Bearbeitungsmöglichkeiten, Datenqualitätskontrollen mit graphischen Interfaces für die BenutzerIn integriert und modulare Erweiterungen möglich sein.

Die Firma toposoft, ein Ingenieurbüro aus Aachen (D) erhielt nach einer eingehenden Evaluierungsphase den Auftrag zur Entwicklung des Hydrographischen Datenmanagement-Systems, das den Namen HyDaMS erhielt und seit mittlerweile 20 Jahren die Arbeit der Hydrographie Österreichs erleichtert.

HyDaMS ermöglicht über eine einfache Benutzeroberfläche einen schnellen Datenzugriff, stellt viele hydrologisch relevanten Funktionalitäten auf Zeitreihen bereit und ermöglicht die modulare Erweiterung um zusätzliche Auswertewerkzeugen. Das Datenmodell umfasst im Wesentlichen die Stammdaten und Zeitreihen, wobei die Stammdaten in einer relationalen Datenbank abgelegt werden. Die zeitbezogenen Massendaten hingegen werden in Binär-Files gespeichert.

Mit HyDaMS kann der/die BenutzerIn den Zusammenhang aller wesentlichen Parameter des Wasserhaushaltes darstellen und analysieren. Neben der Erstellung des Hydrographischen Jahrbuches von Österreich, können auch wasserbedingte Naturereignisse rasch und effizient ausgewertet werden.

HyDaMS ist auf allen Rechnern der hydrographischen Organisationseinheiten und bei der viaDonau (Österreichische Wasserstraßen Ges.m.b.H.) installiert.

Die Messstellen - Stammdaten werden vor Ort in den Hydrographischen Landesdienststellen gewartet, die Zeitreihen laufend erfasst, geprüft und mit eigens dafür entwickelten Programmen in komprimierter Form über das Internet an die Abteilung I/4 - Wasserhaushalt (Hydrographisches Zentralbüro) übertragen.

Veröffentlicht am 03.09.2018, Wasserhaushalt (Abteilung I/4)