Hydrographisches Jahrbuch von Österreich 2015

Hydrographische Daten sind eine Grundlage für die soziale und wirtschaftliche Entwicklung eines Landes. Daher ist in Österreich sowohl das Monitoring als auch die kostenfreie Bereitstellung der Daten und Auswertungen eine Aufgabe der öffentlichen Verwaltung.

Das Hydrographische Jahrbuch - eine Dokumentation mit Tradition

Im Jahr 1894 wurde das Organisationsstatut des k.k. hydrographischen Centralbureaus erlassen und die Ausgestaltung und Erweiterung des hydrographischen Messnetzes auf österreichischem Gebiet der Monarchie organisiert. Die Auswertungen der Hydrographischen Beobachtungen des Jahres 1893 wurden im ersten Hydrographischen Jahrbuch veröffentlicht. Obwohl der Hydrographische Dienst Österreichs seit seiner Gründung mit wechselnden fachlichen, technischen, politischen und ökonomischen Herausforderungen konfrontiert war, ist es gelungen seit 1893 für jedes Jahr die hydrographische Arbeit eines Jahres zusammenzufassen und in einem Jahresbericht - dem Hydrographischen Jahrbuch - zu dokumentieren.

Je nach Problemstellung veränderten sich im vergangenen Jahrhundert die Anforderungen an die Daten und Auswertungen und damit auch der Inhalt der hydrographischen Jahrbücher. Zu Beginn des geordneten Messwesens konzentrierte man sich auf den Niederschlag und den Wasserstand. Erst mit dem Anspruch, Siedlungsgebiete vor Überflutungen zu schützen und die Wasserkraft zu nutzen, setzte sich die Durchflussauswertung durch. Dazu kamen die Wassertemperatur, ein umfangreiches Grundwassermonitoring, Bodenwasser– und Schwebstoffmessstellen. Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts interessierte die Wasserwirtschaft die Frage nach der Wasserbilanz und dem Verhältnis zwischen Wasserdargebot und Bedarf in der Raum- und Zeitskala. Im 21. Jahrhundert stehen zunehmend der Klimawandel und seine Auswirkungen auf die Wasserwirtschaft im Fokus.

Bis zum 120. Band des Hydrographischen Dienstes in Österreich - dem Jahrbuch 2012 - wurden die Auswertungen gedruckt in einem umfangreichen Buch veröffentlicht. Parallel dazu verstärkte sich der Wunsch nach digitalen Daten für je nach Fragestellung unterschiedliche Auswertungen. Aus diesem Grund wurde vor mehr als 10 Jahren die Internetplattform eHYD geschaffen, über die ausgewählte Zeitreihen des hydrographischen Messnetzes zum Download angeboten werden, aber keine jahrbuchspezifischen Auswertungen.

Das Hydrographische Gedächtnis.

Die gedruckten Hydrographischen Jahrbücher von 2004 bis 2012 mit allen darin enthaltenen Auswertungen finden Sie unter: https://www.bmnt.gv.at/wasser/wasser-oesterreich/wasserkreislauf/hydrographische_daten/jahrbuecher.html zum Download. Ab dem Berichtsjahr 2014 enthält das gedruckte Jahrbuch eine  ausführlichen hydrographische Beschreibung der Wasserbilanzkenngrößen Niederschlag, Abfluss und Grundwasser. Die Auswertungen des Jahresberichtes in der gewohnten Jahrbuchform können über eine Internetapplikation, die in Zusammenarbeit der Hydrographie im BMNT und dem Umweltbundesamt entwickelt wurde, abgerufen werden. Die Adresse dieser Internetanwendung ist: https://wasser.umweltbundesamt.at/hydjb.

Sofern nicht vergriffen, können einzelne gedruckte Jahrbücher über die Abteilung I/4 - Wasserhaushalt im BMNT (Tel.: +43-1-71100-606942 oder per E-Mail: wasserhaushalt@bmnt.gv.at) bestellt werden.

In den Jahren der Monarchie umfasste die hydrographisch beobachtete Fläche der Flussgebiete ca. 420.000 km². Davon waren ca. 300.000 km² der österreichische Anteil der Reichshälfte und der Rest hydrographisch ergänzte Flussgebiete.

 

Die erste Jahrbuch war jenes von 1893, das letzte mit Auswertungen und Daten war das Jahrbuch 2012. Es hatte ein Gewicht von ca. 2,5 kg, einen Umfang von 1000 Seiten und enthielt ca. eine Million Kennwerte.

 

Veröffentlicht am 13.04.2018, Wasserhaushalt (Abteilung I/4)