Hitze und Trockenheit beeinflussen den Wasserhaushalt Österreichs

Seit Mitte Juli 2018 befinden sich fast alle Gewässer in Österreich in einer ausgeprägten Niederwassersituation. Die mit der hohen Lufttemperatur einhergehende starke Verdunstung und wenig Niederschlag reduzieren die Seewasserstände, die Abflüsse der Fließgewässer und die Grundwasserstände.

Im Westen und nördlich der Alpen regnete es seit 6 Monaten auffallend wenig.

Von Vorarlberg bis Oberösterreich hat es seit Februar 2018 in Bezug auf den vieljährigen Vergleichswert, um ca. 50% weniger geregnet. Länger anhaltende Niederschlagsperioden über wenige Tage blieben aus. Das überdurchschnittlich feuchte Frühjahr im östlichen Kärnten und in der Südsteiermark war die Ausnahme. Aber auch hier waren es lokal, wiederholt aufgetretene Starkniederschläge an wenigen Tagen, die zu überdurchschnittlichen Niederschlagssummen und kleinräumig, flächige Hochwasserereignisse mit Schäden führten.

Mit Ausnahme von wenigen Gebieten im Nordosten Österreich und in Wien, war es auch im Juli extrem trocken (siehe Bild 1) und um 2 bis 3 °C wärmer als das Temperaturmittel 1981-2010 (ZAMG). Auf die Fläche Österreichs gerechnet, blieb die Niederschlagssumme im Juli etwas mehr als 40 % unter der mittleren Niederschlags-Monatssumme.

Die hohe Temperatur verstärkt die Verdunstung, die Abflüsse gingen rasch zurück.

Im heurigen Jahr hat die Schneeschmelze in den alpinen Einzugsgebieten bereits Anfang April begonnen und war im Juni abgeschlossen. Die geringen Niederschläge im Juli reduzierten die Abflüsse in den Fließgewässern und die Wasserstände der Seen in fast allen Einzugsgebieten auf ein Niederwasserniveau (eHYD - Pegel-aktuell). Nur die Abflussfracht der Leitha im Osten Österreichs, blieb durch wiederholt aufgetretene Starkniederschläge Ende Juni und in der ersten Juli-Hälfte mit +20% über dem Durchschnitt.

Die Abflüsse vieler Fließgewässer zeigen Anfang August 2018 eine ausgeprägte Niederwassersituation.

Der mittlere Juli-Abflusswert am Pegel Kennelbach/Bregenzer Ache beträgt ca. 50 m³/s, im Juli 2018 waren es etwas weniger als 8 m³/s, ein so geringer Abflusswert wurde seit 1951 noch nie gemessen (siehe Bild 2 der Bildergalerie). Kleinere Gewässer wie der Ruggbach im Nordwesten Vorarlbergs der ein Einzugsgebiet von ca. 8 km² entwässert ist trockengefallen.

Die an der Thaya und an der March im niederösterreichischen Wald- und Weinviertel bereits seit 2015 an vielen Tagen beobachtete Unterschreitung des Niederwasserkennwertes Q95% (Abfluss der im Mittel an 346 Tagen des Jahres überschritten wird) hat sich auch im Jahr 2018 sehr oft wiederholt. Die Abflussfracht am Pegel Angern an der March erreichte im Juli 2018 nur ein Viertel, am Pegel Raabs an der Thaya nur ein Fünftel des vieljährigen Mittelwertes (siehe Bild 3 und 4).

Wenig Wasser auch in der Donau.

An den Donaupegeln Kienstock und Korneuburg fehlen auf die mittlere Juli-Abflussfracht fast 40 % was einem Wasservolumen von ca. 2,3 km³ entspricht. In den letzten Juli-Tagen wurden an beiden Donaupegeln die historischen Tiefstwerte der Tagesmittel (Messbeginn 1897) am jeweiligen Tag unterschritten (siehe Bild 5).

Überwiegend niedrige bis sehr niedrige Grundwasserstände.

Wie die eHYD-Karte Grundwasser-aktuell (siehe Bild 6) zeigt, haben viele Grundwasserkörper von Vorarlberg bis in den Norden Niederösterreichs einen niedrigen bis sehr niedrigen Grundwasserstand. Drei Viertel der insgesamt 173 fernübertragenen Grundwasserstände befinden sich auf einem niedrigen Niveau.

Die Hydrographie Österreichs informiert aktuell über den Zustand der Komponenten des Wasserkreislaufes (Niederschlag, Oberflächengewässer und Grundwasser) auf eHYD.

Veröffentlicht am 02.08.2018, I/4 - Wasserhaushalt