GeoPEARL-Austria: Austragspotential von Pflanzenschutzmitteln in das Grundwasser

Die Endergebnisse zum Forschungsprojekt GeoPEARL Austria liegen nun vor und werden mit beiliegendem Abschlussbericht veröffentlicht.

Bislang gibt es für Pflanzenschutzmittelwirkstoffe und deren Metaboliten (Abbauprodukte) keine regionalspezifische Versickerungsabschätzung für Österreich. Vor diesem Hintergrund wurde die Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) unter Mitarbeit des Institutes für Kulturtechnik und Bodenwasserhaushalt des Bundesamtes für Wasserwirtschaft (BAW-IKT) im Rahmen dieses Forschungsprojektes beauftragt, das Gefährdungspotential dieser Substanzen für das Grundwasser unter Berücksichtigung regionaler Boden- und Witterungsbedingungen zu bewerten und gegebenenfalls Möglichkeiten zur Austragsreduktion zu erarbeiten.

Bei sachgerechter Anwendung prognostiziert GeoPEARL-Austria bis auf wenige Ausnahmen (z. B. Atrazin) für sämtliche berechneten Wirkstoffe im grundwassernahen Sickerwasser Jahresmittelkonzentrationen unter dem Vorsorgegrenzwert von 0,1 μg/L.

Im Gegensatz zu den Wirkstoffen prognostiziert GeoPEARL-Austria für viele der 212 berechneten Metaboliten bei ungünstigen Boden- und Witterungsbedingungen auch bei sachgerechter Anwendung des Wirkstoffes Jahresmittelkonzentrationen über 0,1 μg/L im grundwassernahen Sickerwasser (z. B. Metaboliten von Atrazin, Dichlobenil, Tolylfluanid, Flurtamon, Metazachlor, s-Metolachlor und Chloridazon).

Als effizienteste Maßnahmen zur Reduzierung des Austrages über das Sickerwasser in das Grundwasser werden v. a. die Reduktion der Aufwandmenge bzw. Reduktion der Anwendungshäufigkeit sowie eine Lenkung auf Standorte mit geringem Austragsrisiko genannt.

Ein Vergleich der Berechnungsergebnisse von GeoPEARL-Austria mit gemessenen Konzentrationen im Grundwasser ist nur begrenzt möglich, da neben vielen anderen Faktoren die tatsächliche Wirkstoffaufwandmenge in räumlicher und zeitlicher Hinsicht, präferenzieller Fluss im Boden, Aufbau und Verweildauer in der ungesättigten Zone, Grundwasserhydrologie und -morphologie, Grundwasseralter in GeoPEARL-Austria nicht berücksichtigt werden. Über die tatsächliche Grundwasserbelastung wird das sehr umfangreiche Pestizidmonitoring (inkl. Metaboliten) im Jahr 2013 im Rahmen der GZÜV (Gewässerzustandsüberwachungsverordnung) mit jeweils 3 Messungen an über 2000 Grundwassermessstellen Aufschluss geben. Die vollständige Auswertung der Ergebnisse wird Mitte 2014 zur Verfügung stehen und einen flächendeckenden Überblick über ganz Österreich bieten.

Alle näheren Informationen können im beiliegenden Abschlussbericht von GeoPEARL-Austria nachgelesen werden.

Veröffentlicht am 18.03.2013, Nationale und internationale Wasserwirtschaft (Abteilung I/3)