Aktualisierte Hintergrundwerte der oberflächennahen Grundwässer in Österreich

Um die Qualität des Grundwassers beurteilen zu können, wurden im Jahr 2003 Hintergrundwerte erhoben. Sie wurden unter Berücksichtigung geologisch regionaler Besonderheiten neu bewertet und stehen nun als Karten und in Textform zur Verfügung.

Hintergrundwerte sind eine wichtige Grundlage für die Grundwasserüberwachung in Österreich. ExpertInnen des Umweltbundesamtes und der Geologischen Bundesanstalt haben diese Werte im Auftrag des BMNT mit einer international vergleichbaren Methode, die auch natürliche, geologische Einflüsse berücksichtigt, neu beurteilt. Dafür wurden über 2,5 Mio. Einzeldaten von bis zu 2.571 Grundwassermessstellen geprüft.

Die untersuchten Parameter umfassen die elektrische Leitfähigkeit, den pH-Wert und Sauerstoffgehalt, die Hauptinhaltsstoffe Calcium, Chlorid, Hydrogenkarbonat, Kalium, Magnesium, Natrium und Sulfat, die Nebeninhaltsstoffe Eisen und Mangan, Nährstoffe wie Nitrat, Nitrit, Ammonium und Phosphat, den Spurenstoff Bor sowie die Metalle Aluminium, Arsen, Blei, Chrom, Cadmium, Nickel, Kupfer, Uran und Zink.

Die ermittelten Hintergrundkonzentrationen werden je Parameter in Karten und in Kurzbeschreibungen dargestellt. Zudem ist für jede geologische Klasse ein Datenblatt mit einer geologischen und hydrochemischen Beschreibung sowie Informationen zu hydrochemischen Besonderheiten verfügbar. Die Karten enthalten neben der flächenhaften Darstellung der Hintergrundkonzentrationen auch Informationen zu lokal erhöhten Werten.

Die Auswertungen zeigen, dass die Konzentrationen für die meisten Metalle im Grundwasser oberflächennaher Grundwasserkörper sehr niedrig sind. Sie liegen deutlich unterhalb der gesetzlichen Vorgaben aus der Qualitätszielverordnung Chemie Grundwasser und der Trinkwasserverordnung, teilweise sogar unterhalb der analytischen Bestimmungsgrenze.

Die ermittelten Hintergrundwerte bilden die Grundlage für die Bewertung möglicher Qualitätszielüberschreitungen und können als Frühwarnwerte herangezogen werden.

Veröffentlicht am 18.07.2018, Nationale und internationale Wasserwirtschaft (Abteilung I/3)