Sondermessprogramm Spurenstoffe im Grundwasser

Untersuchungen zum Vorkommen von Quecksilber und 30 ausgewählten organischen Substanzen anthropogener, d.h. vom Menschen ausgehender, Herkunft - dabei im Fokus: gesundheits- und umweltgefährdende Chemikalien.

Organische anthropogene Spurenstoffe sind künstlich hergestellte Chemikalien, die durch menschliche Aktivitäten in niedrigen Konzentrationen in den Wasserkreislauf gelangen können.

Quecksilber ist ein Schwermetall, welches in der Umwelt sowohl natürlich, in Gesteinen oder durch Vulkanausbrüche, als auch durch Bergbau, Müll- oder Kohleverbrennung vorkommen kann.

In Bezug auf die Wasserqualität sind Spurenstoffe problematisch, wenn sie langlebig und im Wasser mobil sowie giftig für Mensch oder Umwelt sind.

Untersuchungsumfang

Die Qualität der österreichischen Grund- und Fließgewässer wird seit 1991 gemäß Gewässerzustandsüberwachungsverordnung (GZÜV) nach einheitlichen, gesetzlich vorgegebenen Kriterien untersucht. In den Jahren 2016/2017 führte das Umweltbundesamt im Auftrag des Bundesministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus ein Sondermessprogramm zu Spurenstoffen im Grundwasser durch.  Im Fokus standen ausgewählte prioritäre Stoffe bzw. Stoffgruppen gemäß Wasserrahmenrichtlinie (WRRL), welche ein erhebliches Risiko für/durch die aquatische Umwelt darstellen.

Im Zuge des Messprogramms wurde österreichweit eine repräsentative Stichprobe von 65 Grundwassermessstellen zweimalig beprobt. Im Grundwasser untersucht wurden synthetische organische Stoffe wie die per- und polyfluorierte Substanzen (PFAS), Organozinnverbindungen, polybromierten Diphenylether (PBDE) und die polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffe (PAK). Überdies wurden die Grundwasserproben auf das Schwermetall Quecksilber hin analysiert.  PFAS kommen aufgrund ihrer oberflächenaktiven Eigenschaften in einer Vielzahl von Produkten, Haushalts- und Konsumgütern zur Anwendung: Farben, Leder-, Textil- und Geschirrbeschichtungen, (Outdoor-)Kleidung, Schuhen, Teppichen, Verpackungen, Skiwachs, Boden- und Autopflegemitteln, Hydraulikflüssigkeiten.

Mit dem Bericht liegen (z.T. erstmalig) Daten zu den Konzentrationsverteilungen der ausgewählten Spurenstoffe und –stoffgruppen im Grundwasser für Österreich vor.

Fazit

Die Untersuchungen zeigen, dass anorganische und synthetische organische Spurenstoffe oder deren Abbauprodukte, auch wenn deren Verwendung bereits eingeschränkt oder eingestellt wurde, im Grundwasser zum Teil relativ häufig nachweisbar sind. Allerdings zeigen die Untersuchungen auch, dass sich die Nachweise auf einem sehr niedrigen Konzentrationsniveau bewegen. Gesetzliche Anforderungen an die Qualität von Grund- und Trinkwasser werden dabei nicht überschritten.

Die generierten Daten schaffen eine wichtige Grundlage für das Projekt „STOBIMO Spurenstoffe“. Dieses beinhaltet die Stoffbilanzmodellierung für Spurenstoffe auf der Ebene von Einzugsgebieten und zielt darauf ab, die Bedeutung unterschiedlicher Eintragspfade von Spurenstoffen in die Oberflächengewässer herauszuarbeiten.

Weiterführende Details und Ergebnisse zum Vorkommen der untersuchten Spurenstoffe im Grundwasser sind dem Bericht zu entnehmen. Die detaillierten Qualitätsdaten werden in Kürze über das Wasserinformationssystem Austria (WISA) zur Verfügung gestellt.

Veröffentlicht am 22.06.2018, Nationale und internationale Wasserwirtschaft (Abteilung I/3)