Wassergüte Jahresbericht (2013 - 2015)

Der aktuelle Wassergüte Jahresbericht umfasst verschiedenste Auswertungen zur Beurteilung der Wasserqualität der heimischen Grund- und Oberflächengewässer. Dazu herangezogen wurden Daten eines dreijährigen Beurteilungszeitraums aus den Jahren 2013 bis 2015.

Ziel der periodischen Untersuchungen ist eine flächendeckende, laufende Überwachung der Qualität unserer Gewässer. So können der bestehende Zustand erfasst, mögliche negative Entwicklungstendenzen aufgezeigt und in weiterer Folge bei Bedarf entsprechende Maßnahmen ergriffen werden. Denn die Gewässer bilden die Lebensgrundlage vieler Ökosysteme und das Grundwasser ist die unersetzliche Quelle für die menschliche Wasserversorgung (Trinkwasser, Bewässerung, Wasserentnahmen für Industrie/Gewerbe etc.).

In den Jahren 2013 bis 2015 wurde wieder das regelmäßige, etablierte Überwachungsprogramm durchgeführt. 1.982 Grundwassermessstellen wurden in den bundesweit ausgewiesenen Grundwasserkörpern bis zu zwölfmal beprobt und dabei wurden z.B. der grundwasserbelastende Schadstoff Nitrat und verschiedene Nährstoffparameter erfasst. Für Gefährdung von Grundwasserkörpern ist hier die oft intensive landwirtschaftliche Bewirtschaftung auf Standorten mit teilweise sehr durchlässigen Böden ausschlaggebend.

Die Ergebnisse zeigen, dass die vorgegebenen Schwellenwerte für die meisten der 189 chemischen Untersuchungsparameter des Untersuchungsprogramms 2013 - 2015 deutlich unterschritten werden.

Ergänzend wurden im Beobachtungszeitraum 2013 - 2015 verschiedene

Sonderuntersuchungen

durchgeführt:

  •   Isotopenmessnetz

Die im Rahmen des Österreichischen Isotopenmessnetzes (ANIP) erhobenen Daten sind eine wesentliche Grundlage zur Beantwortung hydrologischer Fragestellungen. Herkunft, Mischung und Verweilzeit von Grund- und Oberflächengewässern können mit Isotopenmethoden ermittelt werden und so können mögliche Aussagen zum Schutzbedarf und zur Verfügbarkeit von Wasserressourcen getroffen werden. Umweltüberwachung und -forensik, Klimakunde und Ökologie sind weitere Themenbereiche, in denen die erhobenen Isotopendaten zur Anwendung kommen.

  • Grundwasseralter und Verweilzeiten

Die Wirksamkeit von Maßnahmen, die den chemischen Zustand des Grundwassers verbessern sollen, können nicht sofort gemessen werden. Ausschlaggebend dafür sind die oftmals langen Aufenthaltszeiten des Grundwassers im Untergrund. Die Ermittlung der Verweilzeiten und des Grundwasseralters liefert wichtige Erkenntnisse zu chemischen Reaktionen und deren Geschwindigkeiten.

  • Watch List Grundwasser

Zusätzlich beteiligte sich Österreich an einer Pilotstudie, die auf Basis einer freiwilligen Schadstoffüberwachungsliste für Grundwasser weitere, möglicherweise schädliche Stoffe (in einem ersten Schritt Arzneimittelwirkstoffe) erheben soll. Auf Basis dieser Grundlage soll geklärt werden, ob weitere Schritte, wie z.B. bei der Überwachung oder der Festlegung von Schwellenwerten, notwendig sind.

  • Erfassung von Pflanzenschutzmitteln in Fließgewässern

An 48 Oberflächengewässern (44 Fließgewässer und vier Seen) wurden verteilt über ganz Österreich im Zeitraum von April bis Oktober monatlich Proben gezogen und auf Pflanzenschutzmittelwirkstoffe und deren Metaboliten untersucht. Von den über 550 untersuchten Pflanzenschutzmittelwirkstoffen und Metaboliten wurden 95 Stoffe in zumindest einer Probe nachgewiesen.

Zur Frage, inwieweit die im Rahmen des Sondermessprogramms gefundenen Stoffe auch im Grundwasser zu finden sind, zeigt ein erster Vergleich der Messergebnisse der Fließgewässer mit jenen von benachbarten Grundwassermessstellen nur in wenigen Fällen eine Übereinstimmung.

Weiterführende Details und Ergebnisse zur Güte des Grundwassers aber auch der Fließgewässer und Seen sind dem aktuellen Bericht zu entnehmen.

Die detaillierten Qualitätsdaten der Überwachungsnetze der österreichischen Grund- und Oberflächengewässer sind über das Wasserinformationssystem Austria (WISA) abrufbar.

Veröffentlicht am 22.12.2017, Nationale und internationale Wasserwirtschaft (Abteilung IV/3)