Wassergüte Jahresbericht 2014-2016

Wussten sie, dass im routinemäßigen Gewässer-Überwachungsprogramm Messungen an 1.974 Grundwassermessstellen durchgeführt worden sind? Bei den Fließgewässern wurden 100 Überblicksmessstellen überwacht. Weiters gab es Erhebungen zu den österreichischen Seen.

Der aktuelle Jahresbericht beschreibt die Wasserqualität der heimischen Grund- und Oberflächengewässer im Beurteilungszeitraum 2014 bis 2016. Die Qualität des österreichischen Wassers kann sich sehen lassen! Der Bericht zeigt aber auch auf, dass zum Schutz der Gewässer zünftig noch etwas zu tun ist.

Die Beobachtungsprogramme für die heimischen Gewässer haben in Österreich lange Tradition. Sie werden vom Bundesministerium für Nachhaltigkeit und Tourismus in enger Zusammenarbeit mit den Ämtern der Landesregierungen und dem Umweltbundesamt betrieben. Um alle benötigten Informationen zu erheben, wurde auch im aktuellen Berichtszeitraum das routinemäßige, etablierte Überwachungsprogramm durchgeführt, ebenso wie ergänzende Sondermessprogramme.

Dazu wurden 1.974 Grundwassermessstellen bis zu viermal pro Jahr beprobt. Die Ergebnisse zeigen, dass die vorgegebenen Schwellenwerte für die meisten der 197 chemischen und physikalisch-chemischen Untersuchungsparameter deutlich unterschritten werden.

Für Gefährdung von Grundwasserkörpern ist häufig die landwirtschaftliche Bewirtschaftung auf Standorten mit teilweise sehr durchlässigen Böden in Kombination mit geringen Niederschlagsmengen ausschlaggebend. In solchen Regionen treten dadurch Belastungen mit Nitrat auf. Positiv zu vermerken ist, dass sich die Anzahl der Beobachtungsgebiete, bei denen der Vorsorgewert (Schwellenwert von 45 mg/l Nitrat an mindestens 30 % der Messstellen) überschritten wird, von sieben auf sechs verringert hat. In der langfristigen Entwicklung der Nitrat-Schwellenwertüberschreitungen (1997 – 2016) zeigen sich geringe Schwankungen.

Auf niedrigem Niveau stagnieren seit einigen Jahren die Konzentrationen von Atrazin und dessen Abbauprodukt Desethylatrazin. Die Zulassung für dieses Totalherbizid wurde bereits im Jahr 1995 aufgehoben, die Langzeitfolgen des Einsatzes dieses Pflanzenschutzmittels sind allerdings nach wie vor messbar.

Bei den Fließgewässern wurde die Anzahl der Messstellen im Jahr 2016 von 76 auf 100 Überblicksmessstellen erhöht. Damit stehen nicht nur weitere Gewässertypen und Einzugsgebiete unter Beobachtung. Auch lassen sich langfristig mögliche Auswirkungen der Klimaveränderung erfassen.

An diesen Messstellen wurden allgemein physikalisch-chemische Parameter, ausgewählte Schadstoffe und biologische Qualitätselemente erhoben. Ca. Dreiviertel der Messstellen halten die Richtwerte bezüglich der allgemeinen physikalisch-chemischen Parameter ein. Mehr als die Hälfte der Messstellen weisen biologisch einen zumindest guten Zustand auf.

Bei den Seen wurde lediglich für den Ossiacher See ein mäßiger Zustand entsprechend dem Phytoplankton ermittelt.

Der Jahresbericht enthält darüber hinaus auch weiterführende Informationen zum Isotopenmessnetz, zum Grundwasseralter, zum Sondermessprogramm Spurenstoffe im Grundwasser mit Untersuchungen zum Vorkommen von z. B. Quecksilber, zum Sondermessprogramm Pflanzenschutzmittel, zur Aktualisierung der geologischen Hintergrunddaten und zur freiwilligen Grundwasser „watch list“, die weitere, möglicherweise schädliche Stoffe, enthält.

Die Daten zum Gewässerzustand sind wichtige Grundlagen für die wasserwirtschaftliche Planung zum Schutz des Wassers in Österreich. Sie stehen auch elektronisch zur Verfügung und werden regelmäßig über ca. 5.000 Abfragen pro Monat von Fachleuten genutzt. Sie sind aufbereitet auch frei jedem Bürger und jeder Bürgerin über das Wasserinformationssystem Austria (WISA) zugänglich. Hier erfolgen sogar an die 7.000 Abfragen pro Monat. Ergänzendes Kartenmaterial komplettiert die Darstellungen.

Veröffentlicht am 13.05.2019, Nationale und internationale Wasserwirtschaft (Abteilung I/3)